Unauffälliger Zugang
Vor einer Brustvergrößerung fragt sich die Frau, wo der Zugang für das Implantat angelegt werden wird, weil davon abhängt, ob die Narbe später bemerkbar ist oder nicht. Auch hierfür gibt es verschiedenen Varianten:
1. Zugang in der Brustfalte
Dieses bereits seit vielen Jahren übliche Verfahren wird in letzter Zeit wegen seiner großen Vorteile wieder besonders häufig eingesetzt.
Es stellt heute den Standard für die Brustvergrößerung dar. Die Vorteile des Zugangs über die Brustfalte:
- Die gute Sichtbarkeit des Operationsgebietes gewährleistet eine perfekte, genaue Durchführung der Präparation der Tasche für das Implantat und der Blutstillung.
- Die Brustdrüse bleibt unberührt („No Touch-Technik“). Dadurch bleibt die Stillfähigkeit erhalten. Auch die Sensibilität der Brust wird nicht beeinträchtigt.
- Geeignet für jede Brust- und Implantat-Größe.
- Die Narbe ist in der natürlichen Brustfalte „versteckt“ und dadurch kaum sichtbar.
2. Zugang in der Achselhöhle
Bei diesem Zugang durch einen Schnitt am tiefsten Punkt der Achselhöhle wird die Tasche für das Implantat auf endoskopischen Wege (Schlüsselloch-Chirurgie) oder „blind“ geöffnet.
Diese Methode lässt sich in der Werbung gut "verkaufen", denn wer möchte schon eine Narbe auf seiner Brust haben! Das Verfahren hat aber zu Recht immer stärker an Popularität eingebüßt, weil es erhebliche Nachteile und Risiken für die Patientin mit sich bringt. Aus diesem Grund haben die meisten plastischen Chirurgen - darunter die T-Klinik - diese Methode immer seltener eingesetzt.
Trotzdem gibt es immer wieder Operateure, die versuchen, das überholte Verfahren neu zu beleben - z.B. unter Fantasienamen wie "revolutionäre Methode nach Delmar". In Wirklichkeit handelt es sich dei "Delmar" allerdings um keine neue "Methode", sondern lediglich um ein bestimmtes Operations-Instrument.
Der Zugang in der Achselhöhle ist mit zahlreichen Nachteilen und Risiken behaftet:
- Die Narbe in der Achselhöhle ist häufig deutlich sichtbar.
- Die neue Brustfalte ist nur schwer zu formen. Dadurch kommt es häufig zu „dubble bubbles“. Das bedeutet: Zusätzlich zu der natürlichen Brustfalte entsteht eine zweite Falte. Außerdem kann die neue Brust ein „zeltartiges“ Aussehen erhalten.
- Bei einem später notwendig werdenden Implantatwechsel kann der Zugang in der Achselhöhle nicht erneut verwendet werden. Daher muss in diesem Fall ein zweiter, neuer Zugang geschaffen werden.
- Das wichtigste Argument gegen diesen Zugang ist das Risiko von Verletzungen der axillaren Lymphknoten. Diese Lymphknoten, auch Wächter- Lymphknoten (Sentinel-Lymphknoten) genannt, spielen eine wichtige Rolle bei der modernen Methode der Früherkennung von Brustkrebs bei Frauen und sollten deshalb nicht geschädigt werden.
3. Zugang rund um die Brustwarzen
Als Vorteil dieses Verfahren könnte angeführt werden, dass die zurückbleibende Narbe ausgesprochen klein und fein ist, da das Brustwarzengewebe aus gut abheilender Schleimhaut besteht.
Allerdings relativiert sich dieser Vorteil dadurch, dass sich die – wenn auch kleine - Narbe mitten auf der Brust und damit sozusagen im optischen Mittelpunkt der Brust befindet.
An dieser exponierten Stelle kann auch die feinste Narbe als störend empfunden werden.
Die Nachteile dieses Verfahrens:
- Auch die kleinste Narbe führt zu Sensibilitätsstörungen, die gerade an der Brustwarze als unangenehm empfunden werden.
- Es besteht die erhöhte Gefahr einer Infektion durch den direkten Kontakt des Implantats mit den bakteriell besiedelten Milchkanälen.
- Bei der Einbringung des Implantats kommt es in bestimmten Fällen zu einer Durchtrennung und Verletzung der Brustdrüse.
- Die Größe der einzubringenden Implantate ist auf Grund der anatomischen Gegebenheiten begrenzt.
- Blutgefäße werden durchtrennt, was in Zukunft notwendig werdende Bruststraffungen erheblich erschwert und teilweise unmöglich macht.
Wir empfehlen diese Methode nur dann, wenn gleichzeitig mit der Brustvergrößerung eine überdimensionierte Brustwarze verkleinert werden soll.
